Ernüchterung statt Heimsieg-Party: Am 21. Spieltag der Gruppenliga musste sich die erste Mannschaft des V. f. B. Schrecksbach auf dem heimischen Hartplatz am Metzenbergstadion der SG Schauenburg deutlich mit 1:4 (1:3) geschlagen geben. Damit steht der V. f. B. weiterhin auf dem drittletzten Platz in der Liga. Ein früher kollektiver Schockmoment brachte den V. f. B. auf die Verliererstraße, während die Gäste ihre Chancen gnadenlos effektiv in Tore ummünzten.
Vor den Augen des Schiedsrichtergespanns um Lukas Kitowski, Thomas Sassor und Kevin Hesse begann das Aufeinandertreffen direkt mit einem Nackenschlag für die blau-weißen Hausherren. Bereits in der 10. Minute leistete sich V. f. B.-Schlussmann Heipel einen folgenschweren Blackout. Unbedrängt und unkontrolliert spielte er dem gegnerischen Stürmer Luca Johannes Riehl den Ball exakt in die Füße. Dieser fackelte nicht lange, legte sich das Spielgerät abgeklärt am verdutzten Keeper vorbei und netzte zur frühen 0:1-Führung für Schauenburg ein.
Die SG Schauenburg zeigte sich im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit vor dem Tor eiskalt. In der 37. Minute segelte eine punktgenaue Flanke von 0:1-Torschütze Riehl in den Schrecksbächer Strafraum. Gäste-Akteur Felix Simon stand goldrichtig, nahm die Hereingabe an und erhöhte humorlos auf 0:2.
Doch der V. f. B. bewies kurzzeitig Moral und stemmte sich gegen die drohende Niederlage. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld brachte Daniel Petersohn den ersten Nachschuss aufs Tor, blieb damit jedoch in der vielbeinigen Schauenburger Abwehr hängen. Der Ball sprang eher glücklich nach außen, wo Carlo Breves geistesgegenwärtig schaltete und das Leder für Jannik Herdl servierte. Der frischgebackene Jungjäger hatte sofort Witterung aufgenommen, nahm aus rund sieben Metern das gegnerische Gehäuse ins Visier und erlegte seine Beute eiskalt wie auf der Pirsch: Mit einem wuchtigen Schuss versenkte er das Leder in der 39. Minute zum 1:2-Anschlusstreffer.

Die leise aufkeimende Hoffnung auf eine Schrecksbächer Aufholjagd wurde jedoch noch vor dem Pausenpfiff im Keim erstickt: In Minute 43 schnappte sich Max Heinemann den Ball und drosch ihn per Direktabnahme als Volley krachend ins Netz des V. f. B. Mit dem für die Gastgeber deprimierenden 1:3 ging es in die Kabinen.
In der zweiten Halbzeit versuchte das Heimteam noch einmal alles, um den Anschluss wiederherzustellen. Zwingende Torchancen blieben gegen stabil stehende Gäste und eine sicher agierende Defensive jedoch Mangelware. Auf der Gegenseite erspielten sich die spielfreudigen Schauenburger über die gesamte Spieldauer hinweg immer wieder teils hochkarätige Möglichkeiten. Dass das Spiel nicht schon deutlich früher zu einem echten Debakel wurde, hatte der V. f. B. in dieser Phase auch Keeper Heipel zu verdanken. Dieser wusch seinen Fauxpas aus der Anfangsphase mit mehreren Glanzparaden wieder rein und hielt sein Team zumindest auf dem Papier noch im Spiel. In der 67. Minute fiel dann allerdings doch die endgültige und etwas Entscheidung: Ein flacher Schuss von Felix Simon aus der zweiten Reihe in der zweiten Angriffswelle rollte fast schon aufreizend auf das Tor der Schrecksbächer zu. Alle Akteure – Freund wie Feind – schienen in einer Art kollektiven Schockstarre völlig ungläubig auf den Ball zu blicken, ohne einzugreifen. So kullerte das Leder zum 1:4-Endstand über die Linie.
Ein gebrauchter Tag für die erste Mannschaft des V. f. B. Schrecksbach, der mit der nunmehr vierten Niederlage in Folge endet. Individuelle Fehler und ein ideenloses Aufbauspiel machten es den extrem effizienten Gästen aus Schauenburg zu einfach, die drei wichtigen Zähler vom Metzenberg in die Fremde zu entführen. Nun gilt es für den Abstiegskampf, die Wunden schnell zu lecken, die Fehler unter der Woche aufzuarbeiten und beim anstehenden Pflichtspiel gegen Mitabstiegskandidat TuSpo Mengeringhausen wieder voll auf Angriff zu schalten, um den Negativtrend endlich zu stoppen.
